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body time space

Körper, Zeit und Raum beschreiben drei Grundkoordinaten des radialsystems. Bei spannenden Festivals, Performances, Konzerten, Gesprächen und Ausstellungen haben wir gemeinsam mit Publikum, Künstler*innen und Akteur*innen diese Koordinaten immer wieder verschoben und neu angeordnet, haben neue Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen ihnen hergestellt, Gewichtungen verändert und Spannungen erzeugt.

Darüber hinaus eröffnet der Dreischritt body time space die Möglichkeit, das, was auf, neben und hinter der Bühne, in unseren Studios, auf dem Deck oder bis spät in die Nacht auf unserer Spreeterrasse stattfindet, zu beschreiben. Das Verhältnis von body time space – ganz gleich in welcher Reihenfolge – bezeichnet einen Zwischenraum, das Komma zwischen Choreografie, Musik, Gesellschaft. Es steht damit stellvertretend für die Dinge, für die wir noch keine Begriffe haben und die ihre Eigenständigkeit und Kraft gerade daraus schöpfen, dass sie sich einer Festschreibung entziehen und eigene Kategorisierungen infrage stellen.

Eine hierarchisierende Einteilung in Sparten wird der Vielschichtigkeit der Ausdrucksformen, die sich im radialsystem wiederfinden, nicht gerecht, insbesondere dort, wo Machtverhältnisse hinterfragt, dominante Geschichtserzählungen kritisch betrachtet und binäre Vorstellungen von Geschlecht und Körperbildern aufgelöst werden. Mit body time space wollen wir stattdessen dazu einladen, Allianzen mit dem Unbekannten zu schließen, poetische Zwischenräume zu erforschen und neue Gemeinschaften zu imaginieren.

Auf dieser Basis versteht sich das radialsystem als eine lebendige Plattform für den Austausch unterschiedlicher künstlerischer Traditionen, Disziplinen und Wissensformen, eine polyphone Landschaft, die es Menschen ermöglicht, sich zu begegnen, gemeinsam Szenarien der Widersprüche zu entwickeln und unbekannte Denk- und Handlungsräume zu eröffnen.

Die infrastrukturelle Förderung durch das Land Berlin, die das radialsystem seit 2018 erhält, ermöglicht es uns 2019 erstmals, sieben Monate ausschließlich dem künstlerischen Programm zu widmen: In den Monaten Januar bis April, Juli, August und Dezember gehört das radialsystem den Künsten und Künstler*innen! In den übrigen fünf Monaten erwirtschaften wir weiterhin den überwiegenden Beitrag zur Finanzierung unseres Betriebs über Konferenzen, Medienproduktionen u.a. selbst. Auf die Kunst wollen wir aber in diesen Monaten nicht ganz verzichten: Auch während der Vermietungszeiträume finden künstlerische Veranstaltungen statt, zu denen wir Sie herzlich willkommen heißen!