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New Empathies – Eine Programmreihe zur Praxis des Empathischen

In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen.

Mit „New Empathies“ startet das radialsystem eine Programmreihe, die sich in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.

Zum Auftakt im Juni 2019 zeigte das Künstler*innenduo Enrico Ticconi und Ginevra Panzetti mit HARLEKING und EMPATIA –eight emphatic caprices zwei Arbeiten, die den Körper als Katalysator des menschlichen Erlebens und zugleich als Grenzbereich begreifen. Mit dem Konzertprojekt Vollbild präsentierte das Splitter Orchester, der größte Klangkörper der Echtzeitmusikszene, eine speziell für das Ensemble entstandene und durch die Groteskenmalerei der Renaissance inspirierte Komposition von Jean-Luc Guionnet zusammen mit einer
neuen Gruppenimprovisation.

Mit Pillow Talk  zeigt Begüm Erciyas, die sich in ihrer performativen Forschung mit dem Akt des Sprechens und der Unheimlichkeit der Stimme auseinandersetzt, im August 2019 eine immersive Performance, bei der die Stimme ein unergründliches Medium bleibt. Das Publikum – verteilt auf einer hügeligen Landschaft aus Kissen – tritt dazu mit einem*einer virtuellen Partner*in in einen Dialog.

Weitere Termine im im Januar, April und Mai 2020 u.a. mit: Radouan Mriziga, Sandhya Daemgen, Wojtech Blecharz, Laurent Chétouane, Tilman O’Donnell und Mikkel Ploug

Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.