deen
Kreatur Kreatur © Sebastian Bolesch
27.12.2017 Mi
20 Uhr

Karten 17 € | 26 € | 35 € | 44 € | ermäßigt 12 € | 19 € | 25 € Angegebene Preise im Ticketbüro des RADIALSYSTEM V, online zzgl. Gebühren.

Kreatur

Sasha Waltz

Für Sasha Waltz ist "Kreatur" - nach einer mehr als zehnjährigen Schaffensperiode, in der die Entwicklung der choreographischen Oper im Mittelpunkt stand - die Rückkehr zu ihren künstlerischen Wurzeln. Sie untersucht in ihrer neuen Choreographie mit vierzehn Tänzern Phänomene des Seins vor dem aktuellen Hintergrund einer zerrissenen Gesellschaft: Macht und Ohnmacht, Dominanz und Schwäche, Freiheit und Kontrolle, Gemeinschaft und Isolation. Welche Kräfte wirken in einer Gruppe? Wie gestaltet sich Gemeinschaft? Wie trägt die Gruppe den Einzelnen, wann lässt sie ihn fallen? Was macht Isolation mit dem Menschen? Zum ersten Mal arbeitet Sasha Waltz mit der niederländischen Modedesignerin Iris van Herpen, dem Lichtdesigner Urs Schönebaum und dem Musik- und Performance-Trio Soundwalk Collective zusammen - alle Partner entwickeln ihre Werke interdisziplinär und suchen den Austausch mit anderen künstlerisch-wissenschaftlichen Feldern. Iris van Herpen verbindet in ihrer visionären Modekunst traditionelles Handwerk mit digitaler Technologie: Organisch und technoid zugleich scheinen ihre skulpturalen Kreationen sich mal mit dem Körper zu verbinden wie eine zweite Haut, mal wie ein Panzer als Hülle um den Körper zu legen. Urs Schönebaum entwickelte das Lichtkonzept für Theater, Opern, Ausstellungen, Performances und Installationen weltweit - auch für Künstler wie Anselm Kiefer, Robert Wilson oder Michael Haneke. Das internationale, zwischen Berlin und New York pendelnde Performance- und Musik-Trio Sound-walk Collective lässt in seine genreübergreifenden Klangkompositionen u.a. Methoden der Anthropologie, Ethnographie und Psychogeographie einfließen. Sasha Waltz wurde in Karlsruhe geboren und studierte Tanz und Choreographie in Amsterdam und New York. Nach Gründung ihrer Compagnie Sasha Waltz & Guests im Jahr 1993 und der Sophiensaele 1996 in Berlin, war sie von 2000-2005 Mitglied der Künstlerischen Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz, hier entstand u.a. die "Körper"-Trilogie. In den darauffolgenden Jahren befasste sich Sasha Waltz intensiv mit der Entwicklung eines neuen Genres, der choreographischen Oper. So entstanden u.a. "Dido & Aeneas" (2005), "Medea" (2007) und "Matsukaze" (2011) sowie verschiedene "Dialoge"-Projekte, wie 2009 im Neuen Museum Berlin und im MAXXI, Rom. 2012 choreografierte Sasha Waltz auf Einladung der Berliner Philharmoniker mit über 100 Schülern die Carmen-Suite von Rodion Schtschedrin, 2013 entstand "Sacre" zur Musik Igor Strawinskys in Zusammenarbeit mit dem Mariinsky Theater St. Petersburg. Im gleichen Jahr wurde die Compagnie offiziell zum "Kulturbotschafter der Europäischen Union" ernannt, 2014 wurde sie vom Fonds Darstellende Künste mit dem "george tabori ehrenpreis" geehrt. Im April 2014 inszenierte Sasha Waltz im Auftrag der Staatsoper im Schiller Theater Wagners "Tannhäuser" unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Mit ihrer Compagnie Sasha Waltz & Guests brachte sie im September 2014 ihre Version des "Orfeo" von Claudio Monteverdi an der Dutch National Opera in Amsterdam zur Uraufführung. 2016 entwickelte Sasha Waltz das neue Format "ZUHÖREN" und eröffnete damit einen "dritten Raum" für Kunst und Politik. Auftakt für 2017 war die von Publikum und Presse begeistert aufgenommene choreographische Erkundung der Elbphilharmonie Hamburg "Figure Humaine" mit über 80 Künstlern und knapp 4.000 Besuchern. Eine Filmdokumentation ist im Streaming-Portal der Elbphilharmonie kostenfrei verfügbar. Für ihre Arbeit wurde Sasha Waltz vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt sie 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Seit Juni 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Iris Van Herpen, die sich ursprünglich für Tanz interessierte, studierte bis 2006 Modedesign an der Akademie für Bildende Künste Arnhem (ArtEZ) und arbeitete danach als Praktikantin u.a. bei Alexander McQueen in London und Claudy Jongstra in Amsterdam. 2007 gründete sie ihr eigenes Modelabel Iris van Herpen, unter dem sie sowohl Haute Couture als auch tragbare Mode für Frauen (Prêt-à-porter) vermarktet. Darüber hinaus entwirft sie gelegentlich Kostüme für die Bühnenshows von Künstlerinnen wie Björk (u.a. Biophilia-Tour) oder Lady Gaga. Im Juli 2011 wurde sie Gastmitglied des renommierten Pariser Chambre Syndicale de la Haute Couture. Angesehene Modezeitschriften wie Vogue, Harper's Bazaar oder Dazed & Confused berichten über ihre Kreationen. Das TIME Magazine würdigte ein von ihr entworfenes, im 3D-Druck hergestelltes Kleid als eine der "fünfzig besten Erfindungen des Jahres 2011". Urs Schönebaum arbeitete nach Abschluss der Ausbildung zum Fotografen 1995 bis 1998 als Beleuchter bei Max Keller an den Münchner Kammerspielen. Es folgten Regieassistenzen am Grand Théâtre de Genève und dem Lincoln Center New York. Seit 2000 arbeitet er als Lichtdesigner für Theater, Oper, Ausstellungen, Performances und Installationen. Seine Arbeit umfasst mehr als 100 Produktionen für Bühnen wie La Monnaie (Brüssel), Opéra Bastille / Opéra Garnier (Paris), Metropolitan Opera (New York), Bolschoi Theater (Moskau), Festivals in Avignon und Aix-en-Provence, Salzburger Festspiele, Teatro Real, Madrid und Sydney Opera House. Er arbeitete u.a. mit Regisseuren wie William Kentridge und Michael Haneke. Mit Robert Wilson verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Urs Schönebaum entwickelte außerdem das Lichtdesign für Kunstprojekte von Vanessa Beecroft, Anselm Kiefer, Dan Graham und Marina Abramović sowie für Installationen in Krakau, München, Salzburg und New York. "Kreatur" ist die erste Zusammenarbeit von Urs Schönebaum und Sasha Waltz. Das internationale Musikkollektiv Soundwalk Collective, gegründet von Stephan Crasneanscki in Manhattan, kreiert in New York und Berlin zusammen mit den Mitgliedern Simone Merli und Kamran Sadeghi Konzept-Alben, Sound-Installationen und Live-Performances. In ihre genreübergreifenden Kompositionen fließen Methoden der Anthropologie, Ethnographie und Psychogeographie, Naturbeobachtungen, nicht lineare Narrative sowie Erkundungen in Soundaufnahme und Synthese ein. Die Musiker des Soundwalk Collective sind international aufgetreten, u.a. an der Opéra de Lyon, am KW Institute of Contemporary Art (Berlin), im Barbican Centre (London), im Centre Georges Pompidou (Paris) sowie bei Festivals wie dem Novas Frequencias Festival (Rio De Janeiro) oder dem CTM Festival (Berlin). Im April 2016 kreierte das Kollektiv am New York Times Square die großformatige, partizipative und audiovisuelle Installation "Jungle-ized". Mit dem Song "Killer Road", einer mit Patti Smith und Jesse Paris Smith geschriebenen Hommage an die Musikerin und Sängerin Nico, traten sie 2014 live in Berlin, London und New York auf. 2017 erscheint ihr neues Album "Before Music There Is Blood" bei Apollo Records.

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  • Regie und Choreographie: Sasha Waltz
  • Kostüm: Iris van Herpen
  • Musik: Soundwalk Collective
  • Lichtdesign: Urs Schönebaum
  • Bühne: Sasha Waltz und Thomas Schenk
  • Tanz und Choreographie: Liza Alpizar Aguilar, Jiri Bartovanec, Davide Camplani, Clémentine Deluy, Claudia de Serpa Soares, Peggy Grelat-Dupont, Hwanhee Hwang, Annapaola Leso, Nicola Mascia, Thusnelda Mercy, Virgis Puodziunas,
  • : Zaratiana Randrianantenaina, Corey Scott-Gilbert und Yael Schnell
  • Repetition: Davide Di Pretoro

Programm

Eine Produktion von Sasha Waltz & Guests in Koproduktion mit Festspielhaus St. Pölten, Grand Théatre de la Ville de Luxembourg, Opéra de Lille und Opéra de Dijon. Made in Radialsystem. Sasha Waltz & Guests wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Credits

"Es gelingt Sasha Waltz in 'Kreatur', das Beste ihrer Kunst in eine neue Dimension zu treiben. Man merkt jeder Minute des anderthalbstündigen Werks an, wie sorgfältig und geduldig sie durchdacht und gestaltet wurde. […] Alles wirkt hier wie verbunden durch die Lust an der präzisen Formulierung, die Welten eröffnet." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) "Sasha Waltz und ihr großartiges Ensemble profilieren 'Kreatur' mit maximaler Anstrengung - und maximalem Ertrag. Sie liefern dem Publikum einen Spiegel, in dem die Gesichter von Vergangenheit und Gegenwart zur Deckung kommen. Keine guten Aussichten für die Zukunft. Aber umso bessere für die Kunst von Sasha Waltz." (Süddeutsche Zeitung)

Kreatur Kreatur © Sebastian Bolesch
Kreatur Kreatur © Sebastian Bolesch
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