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Encaje Encaje © Hugo Wang
10.06.2018 So
20 Uhr

Karten 18 € | 24 € | ermäßigt 14 € | 18 € Angegebene Preise im Ticketbüro des Radialsystems, online zzgl. Gebühren.

Encaje/Tears

Judith Sánchez Ruíz und Edivaldo Ernesto

Inspiriert von den Texten der Schriftstellerin Anaïs Nin, ist "Encaje" ein Werk über Heuchelei, das mit den Konzepten des "Tagebuchs" und des "Radios" arbeitet. Wie die Romanautorin Nin ihr Leben als unerzählbar beschreibt, weil sie sich täglich ändert, aus einer Reihe von Launen besteht und ihr wirkliches Selbst nicht zu erfassen vermag, so rekapituliert Judith Sánchez Ruíz mit dem "Tagebuch" die Inhalte ihres eigenen Archivs an Schnappschussaufnahmen: Es ist die Wahrnehmung und der Ausdruck einer Sammlung von Alltagsmaterial, von Unvorhersehbarkeit, von Emotionen und sekündlichen Veränderungen. Mit der Choreographie erfindet Sánchez das Unerzählte, die unveröffentlichte Präsenz von Chaos und Verletzlichkeit neu. Das "Radio"-Konzept lässt den Körper wie beim Drehen des Frequenzreglers eines alten Radiogeräts von einem Zustand zum nächsten springen und provoziert so die Kollision gegensätzlicher Fakten innerhalb eines Lebens, eines Körpers. "Encaje" ist das neueste Solo- Werk der erfahrenen kubanischen Tänzerin, Choreographin und Improvisationskünstlerin. "Tears" von Edivaldo Ernesto, 2015 konzipiert und choreographiert, ist die Reise eines Mannes, bei der Regeln zu unbequemen Rollen werden. Er ist gefangen zwischen Angst und Verwunderung, fühlt sich klein und verloren, hat Angst vor unklaren Gefühlen, ist von Zweifeln geplagt. Die 40-minütige Solo-Performance des mosambikanischen Tänzers, Choreographen und Dozenten bewegt sich zwischen Implosion und Explosion, wenn er sich in klaustrophobischen Ecken in sich verändernde Lagen stürzt: in Reflektionen und Reaktionen, in Dynamiken und Rhythmen, in unvorhersehbare Energieausbrüche. Im selben Atemzug setzt er Bewegungsfiguren in einen sensiblen Kontrast zur Musik. Bei all dem entsteht eine hypnotische Spannung zwischen dem Performer und seinem Publikum. Die in Berlin wohnhafte Regisseurin, Choreographin, Dozentin und Improvisationsexpertin Judith Sánchez Ruíz studierte an der Nationalen Hochschule der Künste in Havanna, Kuba, und lebte von 1999 bis 2011 in New York City, wo sie zahlreiche Bühnenwerke sowie ortsspezifische Arbeiten choreographierte. Sie war Initiatorin von mehreren Improvisationsprojekten für Livemusik, die innovative Musiker und bildende Künstler zusammenbrachte. Sánchez Ruíz schuf Auftragsarbeiten für Danspace Project St. Marks Church, New York, Work & Progress am Guggenheim Museum, New York, für das Whitney Museum NY und für das Storm King Art Center. Ihre Stücke gastierten im Rahmen vieler internationaler Festivals. Sánchez Ruíz war Mitglied der Compagnie Sasha Waltz & Guests, der Trisha Brown Dance Company in den USA, der Mal Pelo Company in Spanien sowie der DanzAbierta Company in Kuba. Neben ihrer eigenen choreographischen Tätigkeit arbeitete sie als Tänzerin in freien Produktionen anderer Künstler, darunter DD Dorvillier (2002), David Zambrano (1997) und Deborah Hay (2012). 2010 gründete sie in New York die JSR Company, um sich auf multidisziplinäre und ortsspezifische Performances zu konzentrieren. Mit ihrem Umzug nach Berlin etablierte sie sich erfolgreich als Choreographin sowie Dozentin an den wichtigsten Hochschulen für Tanz in Europa, den USA, Lateinamerika und Asien. Der gebürtige Mosambikaner Edivaldo Ernesto, der seit 1997 zunächst traditionellen Tanz erlernte und 2003 erstmals mit zeitgenössischem Tanz in Berührung kam, hat sich seither als Improvisationsexperte, Dozent und Choreograph international einen Namen gemacht. Elf Jahre lang arbeitete er mit David Zambrano an Duett-Improvisationsperformances, Werkschöpfungen und Lehraufträgen und tourte mit ihm durch die ganze Welt. Seit 2007 lebt Edivaldo Ernesto in Berlin und war fortan bis 2013 Mitglied der Compagnie Sasha Waltz & Guests. Im Jahre 2011 begannen die Entwicklung sowie die fortlaufenden Recherchen zu dem von ihm konzipierten Prinzip des "Depth Movement". Die Reihe der Festivals, auf denen seine Werke gezeigt wurden, erstreckt sich - genau wie seine Lehraufträge - über ganz Europa bis hin nach China und Panama. 2012 organisierte das Radialsystem in Berlin die erste konzertante Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Pianisten Hauschka und Edivaldo Ernesto, die nach der Berliner Premiere mit zahlreichen Gastspielen durch Deutschland und Europa tourte. Performing Arts Festival Berlin, 05. - 10. Juni 2018 Die Freie Szene lädt ein zu mehr als 140 Inszenierungen! Sechs Tage Theater und Performance, Puppen- und Musiktheater, Tanz, Installation, Neuer Zirkus und Site-Specific an über 60 Orten in Berlin: Wagners Siegfried trifft auf Rio Reiser, Weltgeschichte auf Familiendramen, Politisches auf Drahtseilakte, Dadaismus und leise Töne - an großen Häusern, an kleinen Bühnen oder an der Bushaltestelle. Aufs Programm gestürzt und ab ins Theater!

Besetzung

  • Encaje: Judith Sánchez Ruíz
  • Musik: ARCA
  • Lichtdesign: Eduardo Abdala
  • Kostüm: Beate Borrmann
  • Tears: Edivalo Ernesto
  • Musik: Zbigniew Preisner
  • Lichtdesign: Eduardo Abdala
  • Kostüm: Edivaldo Ernesto

Bilder

Encaje Encaje © Hugo Wang
Edivaldo Ernesto - Tears Edivaldo Ernesto - Tears © Promo

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