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© Vocalconsort BerlinKristof Fischer
16.08.2018 Do
20.30 Uhr

Karten 24 € | ermäßigt 16 € Angegebene Preise im Ticketbüro des Radialsystems, online zzgl. Gebühren. Bitte beachten Sie, dass an der Abendkasse nur Barzahlung möglich ist.

Hoffnung I: Das menschliche Antlitz

Vocalconsort Berlin und Marcus Creed

Das verräumlichte Konzert findet im Rahmen der Reihe "Prinzip Hoffnung" anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Vocalconsort Berlin in der Parochialkirche (Klosterstraße 67, 10179 Berlin) statt. Programm: Camille Saint-Saëns (1835-1921): Calme de nuits (1882) György Ligeti (1923-2006): Lux Aeterna (1966) Richard Wagner (1813-1883)/Clytus Gottwald (*1925): Im Treibhaus (1857/2004) Pēteris Vasks (*1946): Ziles Zina (1981) Francis Poulenc (1899-1963): Figure Humaine (1943) Als Akt des Widerstandes und Zeichen der Hoffnung entstanden: 1943 komponierte Francis Poulenc im nationalsozialistisch besetzten Frankreich die 12-stimmige, doppelchörige Kantate "Figure Humaine", die auf im Untergrund geschriebenen Gedichten von Paul Eluard beruht. Die musikalische Verarbeitung von Kriegsschrecken und Unterdrückung mündet in eine aufrüttelnde Hymne an die Freiheit, die im Moment der Befreiung erklingen sollte und tatsächlich 1945 von der BBC in Englisch uraufgeführt wurde. Dabei zieht das Chorwerk sämtliche Register von Angst, Verzweiflung und Hoffnung, das sich erst im Schrei nach Freiheit auflöst: "Ich bin geboren, um Dich zu kennen, um dich zu nennen - Liberté". "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt", spöttelt ein Aphorismus. Ist Hoffnung angesichts von Klimawandel, atomaren Bedrohungen und Katastrophen, Krieg und Hunger obsolet geworden? Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens 2018 rückt das Vocalconsort Berlin, das als einer der besten Kammerchöre Deutschlands gilt, die Hoffnung ins Zentrum einer fünfteiligen Konzertreihe. Francis Poulencs 1943 im besetzten Frankreich komponierten Hymne an die Freiheit "Figure Humaine" eröffnet den Zyklus musikalischer Reflexionen über die Hoffnung und ihren Verlust in unterschiedlichen Kontexten - bis hin zur "Johannespassion" von J.S. Bach. So entspannt sich ein musikalischer Diskurs zwischen weltgebundener Hoffnung als Motor des (Über-)Lebens und Deutungen der christlichen Passionsgeschichte als religiöse Quelle der Hoffnung. Dabei reicht das musikalische Spektrum vom Barock zur Neuesten Musik, vom Konzert zur Inszenierung - ganz das Vocalconsort Berlin eben. Das Vocalconsort Berlin gilt als einer der besten und wandlungsfähigsten Kammerchöre Deutschlands. 2003 gegründet, hat das Profiensemble bewusst keinen Chefdirigenten, sondern arbeitet projektweise mit unterschiedlichen Dirigenten, aber vor allem mit festen künstlerischen Partnern wie Daniel Reuss, Folkert Uhde und Sasha Waltz zusammen. Flexibel in Besetzung und Repertoire, überschreitet das Ensemble gern die Grenzen der klassischen Genres und Disziplinen. Für 2018 stehen Monteverdis "Orfeo", choreografiert von Sasha Waltz, Engagements an der Komischen Oper Berlin und an der Semperoper Dresden in Schönbergs "Moses und Aron" auf dem Programm sowie Konzerte und Uraufführungen im Rahmen des 15-jährigen Jubiläums des Ensembles. Die Konzertreihe wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Kooperation mit Radialsystem und Sasha Waltz & Guests.

Besetzung

  • mit: Vocalconsort Berlin
  • Leitung: Marcus Creed
  • Szenische und räumliche Einrichtung: Jochen Sandig
  • Assistenz: Rosabel Huguet
  • Licht: Arnaud Poumarat

Bilder

Vocalconsort BerlinKristof Fischer

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