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Die Geschichte vom Soldaten Die Geschichte vom Soldaten © Mimmo Paladino
01.12.2018 Sa
20 Uhr

Karten 22 € | 18 € | ermäßigt 14 €

Premiere

Die Geschichte vom Soldaten

Etta Scollo und Mitglieder der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Igor Strawinskys "Histoire du soldat", dessen Uraufführung sich im September 2018 zum 100. Mal jährt, präsentiert sich vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges als doppelbödiges Spiel: Einerseits erzählt es im scheinbar unschuldigen Volkston von einem Deserteur, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht und dabei aus der Zeit fällt. Andererseits verhandelt das faustische Märchen zwischen den Zeilen bleibende Wahrheiten vor der Kulisse eines verheerenden Krieges… Die in Berlin lebende sizilianische Sängerin und Komponistin Etta Scollo schlüpft anlässlich des 100. Jahrestages der Erstaufführung und im Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs in die Rolle eines "Cuntastorie", eines sizilianischen Geschichtenerzählers: Um Strawinskys Musiktheater eine weitere Ebene hinzuzufügen, nutzt Etta Scollo dabei die Tradition der "Pupi", der traditionellen Stabpuppen, die aus den Erzählungen der Cuntastorie hervorgingen; zu Etta Scollos deklamatorischer Kunst fügen sich außerdem verbale Zwischenspiele auf Sizilianisch. Unter der musikalischen Leitung von Stanley Dodds - Mitglied der Berliner Philharmoniker und Chefdirigent des Sinfonie Orchesters Berlin - und der Regie von Atif Mohammed Nor Hussein entsteht mit Mitgliedern der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und renommierten Puppenspielern eine poetische und dichte Inszenierung von Strawinskys selten aufgeführtem Werk. Die Ausstattung verantwortet Mimmo Paladino, Vertreter der italienischen Transavanguardia. Etta Scollo gilt durch ihre erfolgreichen Alben "Blu", "Il bianco del tempo" und "Casa" sowie ihre zahlreichen Tourneen und Auszeichnungen als eine der beliebtesten italienischen Künstlerinnen in Deutschland. In Catania geboren, studierte sie zunächst Architektur in Turin und widmete sich schließlich ganz der Musik. 1983 gewann sie den ersten Preis des Diano Marina-Jazz Festival. In den 1990er Jahren experimentierte Etta Scollo mit dem Ensemble L'Art pour l'Art mit zeitgenössischer Musik. Die Liveaufnahme ihres Programmes "Canta Ro" wurde 2005 durch den "Premio della critica discografica tedesca" gewürdigt und erhielt den "RUTH-Preis 2007". Im Radialsystem trat sie im Jahr 2013 mit dem Programm "Lunaria" mit Texten von Vincenzo Consolo auf, 2017 mit "La Catastròfa: Oratorium für Marcinelle". Die Künstlerin ist bekannt für ihre erfolgreichen Projekte an der Schnittstelle zwischen Musik und Literatur, widmet sich der Erforschung traditioneller Musik und übernimmt Partien als Hauptdarstellerin in Opernproduktionen. Sie veröffentlichte bisher 15 Alben und arbeitete mit Franco Battiato, Giovanni Sollima, Paolo Fresu sowie Markus Stockhausen zusammen. Die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker geht auf eine Initiative Herbert von Karajans Anfang der 1970er Jahre zurück. Zum ersten Mal wurde für herausragende junge Musiker, die eine meist am solistischen Repertoire orientierte Hochschulausbildung durchlaufen, die Möglichkeit geschaffen, sich in einer Gemeinschaft von Spitzenmusikern zu vervollkommnen. Im Einzelunterricht und im Bereich der Kammermusik von Dozenten aus den Reihen des Orchesters betreut, integriert in Proben und Konzerte, erlernen junge Musikerinnen und Musiker die professionelle Disziplin eines Weltklasse-Orchesters und Konzertroutine. Auch die Berliner Philharmoniker selbst profitieren vom zweijährigen Stipendium, denn den Ausschlag für den Gewinn einer Stelle in ihrem Orchester geben nicht nur instrumentales Können und Musikalität, sondern auch eine zum Klangkörper passende Klangvorstellung. Darauf von Musikern des Orchesters optimal vorbereitet, können Hochbegabungen aus der Akademie zu jungen philharmonischen Profis werden. Rund ein Drittel der heutigen Berliner Philharmoniker sind aus der Akademie hervorgegangen.

Rahmenprogramm

Jeweils eine Stunde vor Spielbeginn wird im Foyer des Radialsystems der Dokumentarfilm von Pierre Oscar Lévy "Histoire du soldat - Eine Werkeinführung von Pierre Boulez mit dem Ensemble InterContemporain" gezeigt. In französischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Besetzung

  • Musik: Igor Strawinsky
  • Text: Charles-Ferdinand Ramuz
  • Übersetzung: Elisabeth Plessen
  • Idee: Etta Scollo
  • Ausstattung: Mimmo Paladino
  • Regie: Atif Hussein
  • mit: Mitgliedern der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
  • Musikalische Leitung: Stanley Dodds
  • Es spielen und erzählen: Etta Scollo
  • und die Puppenspieler: Sebastian Fortak, Ines Heinrich-Frank und Paul Hentze
  • Dramaturgie: Francesca Spinazzi
  • Produktion: Francesca Spinazzi und Etta Scollo
  • Pressetexte: Andreas Hillger
  • Technische Leitung und Licht: Benedikt Schröter

Credits

Eine Produktion der Scollo/Spinazzi GbR. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung des Radialsystems und der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker.

Bilder

Die Geschichte vom Soldaten Die Geschichte vom Soldaten © Mimmo Paladino
Etta Scollo Etta Scollo © Promo

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