deen
Hopeless. Hopeless. © Philip Ingman
08.02.2019 Fr
20 Uhr

Karten 15 € | ermäßigt 10 € | tanzcard 10 €


Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung vorwiegend in englischer Sprache stattfindet.

Premiere

Hopeless. - Open Spaces #1

Choreographie von Sergiu Matis

Die Basis der Performance "Hopeless." des Berliner Choreographen Sergiu Matis ist die pastorale Dichtung der Antike, in deren Zentrum eine idyllisch überhöhte Naturbeschreibung steht. Doch was ist im Angesicht von Klimawandel und Erderwärmung übrig von der idyllischen Natur aus den Gedichten Theokrits und Vergils? Sind die Dichter aufgrund ihrer trivialen, erotischen Turbulenzen und ihrer Politisierung der Landschaft vielleicht mit verantwortlich für deren Zerstörung? In "Hopeless." entstehen neue idyllische Schauplätze auf der Basis von Versatzstücken und Überresten: Texte von Theokrit und Vergil, alte und neue Übersetzungen von Idyllen treffen dabei auf Gesänge ausgestorbener Tiere… Die Darsteller*innen in "Hopeless.", technologisch optimierte Meerjungfrauen, Nymphen und Hirt*innen, führen den Blick in die Irre. Sie besetzen Territorien und konkurrieren verzweifelt um die Aufmerksamkeit des Publikums. Die Relation von poetischer Sprache und Choreographie lässt Wörter jammernd auf Haut prallen und Stimmbänder Bewegung vertonen, um laut schreiend dystopische Szenarien zu verkörpern. Hoffnungslosigkeit ist kein Zustand der Lähmung, sondern eine mächtige Kraft, die uns zum Handeln motiviert. OPEN SPACES! 08.02. - 05.03.2019 - Tanzfabrik Berlin Dieser Ausruf ist Programm: Im wahrsten Sinne des Wortes erheben die beteiligten Künstler*innen ihre Stimme und gehen den Ursprüngen dieses Vorgangs und seiner Wechselwirkung mit dem Tanz auf den Grund. Diese Ausgabe von OPEN SPACES! ist mit 16 Produktionen die bisher umfangreichste und bildet den Reichtum und die Vielfalt des internationalen zeitgenössischen Tanzes in Berlin ab. Darüber hinaus erschließt die Tanzfabrik Berlin neue Räume und eröffnet die Reihe am 8. Februar mit der Premiere von Sergiu Matis im Radialsystem. Sergiu Matis wurde in Cluj-Napoca, Rumänien, geboren. Dort studierte er von 1991-2000 Tanz am Liceul de Coregrafie und anschließend an der Akademie des Tanzes Mannheim als Stipendiat der Tanzstiftung Birgit Keil. Seine Karriere begann am Tanztheater Nürnberg. Seit 2008 lebt Sergiu Matis in Berlin. Er arbeitete u. a. mit Colette Sadler-Stammer Productions, Yossi Berg, Oded Graf, Daniel Kok und Jee-Ae Lim. Im Februar 2014 schloss er als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes den Master Solo/Dance/Authorship (SODA) der Universität der Künste Berlin/HZT ab. Als Choreograph schuf er u.a. die Stücke "Keep It Real" (2013), "Fake - the real deal" (2014), "Explicit Content" (2015), "Simuliert" (2015), "Deleted Scenes" (2016) und "Neverendings" (2017), die in Berlin und international gezeigt wurden. Matis begreift neben dem Körper die Stimme als gleichwertiges Instrument des Tanzes und choreographiert Bedeutung und Ideen mittels Sprache als performativem Text. Seit 2009 tanzt er in verschiedenen Produktionen von Sasha Waltz & Guests.

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  • Konzept und Choreographie: Sergiu Matis
  • Performance: Martin Hansen, Sergiu Matis und Manon Parent
  • Text: Sergiu Matis und Mila Pavicevic, basierend auf Übersetzungen von Theokrit und Vergil
  • Komposition: AGF aka Antye Greie
  • Dramaturgie: Mila Pavicevic
  • Ausstattung: Dan Lancea
  • Kostüm: Philip Ingman
  • Lichtdesign: Sandra Blatterer
  • Produktion: Dag Lohde
  • Choreographieassistenz: Orlando Rodriguez

Credits

Eine Produktion von Sergiu Matis. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Koproduziert von der Tanzfabrik Berlin im Rahmen von Open Spaces #1 2019 und in Kooperation mit dem Radialsystem. Die Tieraufnahmen stammen aus der Macaulay Bibliothek des Cornell Lab of Ornithology und der Xeno-canto Foundation.

Hopeless. Hopeless. © Philip Ingman

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