deen
Goldberg-Variationen Goldberg-Variationen © Foto-Fritzsche Köthen
01.03.2019 Fr
20 Uhr

Karten 18 € | ermäßigt 14 €

Goldberg-Variationen

Aria mit verschiedenen Veränderungen

"Puristen stockt der Atem… Eine Version, die viel Diskussionsstoff liefert" (rbb inforadio): Die Goldberg-Variationen, ein aus 30 Variationen bestehender Zyklus, zählen zu den bekanntesten Werken Johann Sebastian Bachs. Die 2018 entstandene Fassung des Ensembles Urban Strings, die bei den Köthener Bachfesttagen im September 2018 erfolgreich Premiere feierte, untersucht die eigentlich für Klavier konzipierte Musik auf ihren emotionalen Gehalt. Sie bedient sich dafür vielfältiger Instrumentierungsmöglichkeiten, punktueller Klangverstärkung sowie Soundscapes, Licht und Video und lässt so für jede Variation verschiedene innere und äußere Bilder entstehen. In der zwischen 1731 und 1741 erschienenen "Clavier-Übung" in vier Bänden präsentiert sich Bach als führender Klavier- und Orgelvirtuose seiner Zeit. Den krönenden Abschluss des Werks stellt der Vierte Teil, "bestehend in einer Aria mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen" dar - heute geläufig unter dem Titel "Goldberg-Variationen". Der Ursprung des Namens ist umstritten: Bach soll den Variationszyklus für den Grafen Keyserlingk komponiert haben, dessen Hauscembalist Johann Gottlieb Goldberg die Variationen spielen sollte. Elina Albach, 1990 in Berlin geboren und aufgewachsen, studierte von 2009 bis 2014 an der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz) bei Prof. Jörg-Andreas Bötticher und schloss ihr Masterstudium mit Auszeichnung ab. Sie wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, war Stipendiatin der Alfred Töpfer Stiftung und ist aktuell Fellow von #bebeethoven, einem Programm von PODIUM Esslingen, finanziert durch die Kulturstiftung des Bundes. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt in der Entwicklung von Präsentationsformen für die Klangwelt des Barocks, die diese so vielfältige und inhaltsreiche Musik im Kontext der Gegenwart präsentiert. Margret Köll erhielt ihre erste Ausbildung an Klavier und Harfe am Konservatorium in Innsbruck. Das Studium der Konzertharfe begann sie am Mozarteum in Innsbruck bei Nicoletta Alberti, setzte es bei Ruth Inglefield in Baltimore fort, um an der Hochschule für Musik und Theater München in der Klasse von Helga Storck mit einem pädagogischen und künstlerischen Diplom abzuschließen. Historische Harfe studierte sie bei Andrew Lawrence-King und bei Maria Galassi an der Accademia Internazionale della Musica in Mailand. Sie profilierte sich als Solistin und Continuospielerin in zahlreichen renommierten Ensembles, darunter Il Giardino Armonico, Europa Galante, Imaginarium, Balthasar Neumann Ensemble, Akademie für Alte Musik Berlin und Collegium Vocale Gent. Als Mitglied, Konzertmeister, und Solist der Akademie für Alte Musik Berlin und Gast anderer renommierter Ensembles ist der Violinist Georg Kallweit zum viel gefragten Spezialisten seines Fachs avanciert. Neben solistischem Repertoire und Ensembleleitung arbeitet er als Künstlerischer Leiter bzw. Konzertmeister regelmäßig mit renommierten Orchestern wie dem Ensemble Resonanz Hamburg, dem Finnish Baroque Orchestra, den Deutschen Kammervirtuosen Berlin und der lautten compagney Berlin. Ein besonderes Interesse gilt der Entwicklung genreübergreifender Konzertformate, die zeitgenössischen Tanz, Gesang, Lichtdesign, Schauspiel und Musik miteinander verknüpfen, um Geschichten zu erzählen und unterschiedliche Publikumskreise zu begeistern. Ilka Seifert, 1964 in Wiesbaden geboren, arbeitete nach dem Studium der Musikwissenschaft und Germanistik in Kiel, Straßburg und Berlin für das Neue Musik-Festival Kreuzberger Klangwerkstatt. Von 1993 bis 1999 war sie Direktorin und Dramaturgin der Neuköllner Oper Berlin, von 1999 bis 2006 Dramaturgin an der Staatsoper Unter den Linden und von 2011 bis 2014 Kuratorin für die Sophiensæle Berlin. Seit 2006 war sie als freie Dramaturgin und Künstlerische Produktionsleiterin unter anderem für die Berliner Staatsoper, das Gärtnerplatz-Theater in München, das Theater St. Gallen, die Oper Bonn, das Radialsystem, den Rundfunkchor Berlin sowie Sasha Waltz & Guests tätig. Gemeinsam mit Folkert Uhde entwickelt sie regelmäßig installative und szenische Konzertformate. Nach Stationen als Radio- und Fernsehtechnikerlehrling, Musikwissenschaftsstudent, Barockmusiker, Orchestermanager und Konzertagenturinhaber gründete Folkert Uhde 2006 gemeinsam mit Jochen Sandig das inzwischen international renommierte Radialsystem, wo er in zahlreichen Projekten Theorie und Praxis des Konzertdesigns als Denkansatz zur umfassenden Neugestaltung der klassischen Konzertform entwickelte. Neben der künstlerisch-konzeptionellen Leitung von mehreren Musikfestivals unterrichtet er künstlerische Projektentwicklung an verschiedenen Hochschulen und Universitäten und engagiert sich zudem als Mentor für das Concerto21-Programm der Alfred Töpfer Stiftung. Seit 2015 ist er geschäftsführender Intendant der Köthener Bachfesttage und gemeinsam mit Hans-Joachim Gögl Künstlerischer Leiter der Montforter Zwischentöne in Feldkirch/Vorarlberg. Außerdem ist er als Künstlerischer Leiter an dem internationalen Forschungsprojekt "Experimental Concert Research" unter der Leitung von Prof. Martin Tröndle beteiligt. Carlo Grippa absolvierte nach einer Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker eine Ausbildung zum Tontechniker bei SAE Creative Media. Seitdem arbeitete er als Freiberufler insbesondere an der Schnittstelle von klassischer und elektronischer Musik, u.a. mit dem SWR Experimentalstudio, den Kunstfestspielen Herrenhausen oder dem Label Neue Meister. Seit der Gründung des Radialsystems 2006 ist er ebendort für die Tontechnik verantwortlich. In diesem Zusammenhang entwickelte er auch Lösungen für Surround-Systeme, die in diversen künstlerischen Produktionen wie dem Projekt "Inside Partita" zum Einsatz kamen.

‌‌

  • mit: Urban Strings
  • Violinen und Viola: Georg Kallweit
  • Harfe: Margret Köll
  • Cembalo und Orgel: Elina Albach
  • Dramaturgie und Konzertdesign: Ilka Seifert und Folkert Uhde
  • Soundscapes und Tontechnik: Carlo Grippa

Stimmen

"Zunächst wirkt die Instrumentierung wie eine Hörhilfe zum besseren Verständnis der Variationen. Doch spätestens mit dem akustisch eingespielten Gewitter ändert sich das. Wir erleben eine Reise durch die schlaflose Nacht, Angst, Verzweiflung, Übermut und Zuversicht." (rbb inforadio, September 2018)

Programm

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Goldberg-Variationen BWV 988

Credits

Eine Produktion der Köthener Bachfesttage 2018.

Goldberg-Variationen Goldberg-Variationen © Foto-Fritzsche Köthen

Präsentiert von

Weitere Termine dieser Veranstaltung

Do
20 Uhr
28.02.2019