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13.08.2019 Di
20 Uhr

Karten 14 Euro ermäßigt 10 Euro

Georg Friedrich Haas: in vain für 24 Instrumente

Ensemble KNM Berlin & Gäste

2017 kürte das Magazin „Classic Voice“ „in vain“ von Georg Friedrich Haas zur beeindruckendsten Komposition des bisherigen 21. Jahrhunderts: Das Stück bezieht sich auf die Grafiken von Maurits C. Escher und deren Darstellung perspektivischer Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und multistabiler Wahrnehmungsphänomene. In seiner Lithografie „Relativity“ verbindet Escher das obere und untere Ende einer Treppe und führt so einen Mikrokosmos der Ziellosigkeit vor. In Haas’ „in vain“ finden sich solch trügerischen Spiralen in mehrfacher Hinsicht. Bis hinein in kaum wahrnehmbare Details sind weite Teile des Stücks durch miteinander verwobene, unendlich absteigende Tonhöhenfolgen geprägt. Auch die Lichtintensität im Konzertsaal ist in der Partitur vorgeschrieben und reicht von Podiums- und Pultbeleuchtung bis hin zu völliger Dunkelheit. Wenn wenige Minuten nach Beginn von „in vain“ das Licht allmählich verschwindet, kommen die raschen, ineinander verwobenen Abwärtslinien des Anfangs zum Erliegen und es bleiben leise, liegende Töne übrig. Für die Klangrezeption sind Melodien, wohltemperierte Tonhöhen und metrische Strukturen etwa das, was beim Treppensteigen Geländer und die gewohnte Stufenhöhe sind: Schon subtile Abweichungen sorgen für Irritation. Georg Friedrich Haas’ Komposition lässt unter der musikalischen Leitung von Stephan Winkler das Zuhören stolpern und Differenzen zwischen Gewohntem und Möglichem erlebbar werden Georg Friedrich Haas, geboren in Graz und aufgewachsen in Vorarlberg, studierte Komposition bei Iván Eröd und Gösta Neuwirth in Graz und bei Friedrich Cerha in Wien. International bekannt und anerkannt als ein hoch sensibler Erforscher der Innenwelt der Klänge schreibt Haas mit wenigen Ausnahmen mikrotonale Stücke, deren magische Klangwelt das Publikum in Rausch versetzt. 2007 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Nach Lehrtätigkeiten an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und der Musik-Akademie der Stadt Basel ist er seit 2013 als MacDowell Professor of Music an der Columbia University New York tätig. Das Ensemble KNM Berlin steht für die lebendige, aktuelle Musikszene der Metropole Berlin. Weltweit präsentiert das Ensemble Kompositionen, Konzertinstallationen und Konzertprojekte, die in enger Kooperation mit Komponist*innen, Autor*innen, Dirigent*innen, Künstler*innen und Regisseur*innen entstehen. International bekannt wurde das 1988 gegründete KNM Berlin durch regelmäßige Gastspiele auf vielen wichtigen internationalen Musikfestivals und durch seine Eigenproduktionen. Konzertreisen führten das KNM an renommierte Konzerthäuser weltweit. Das KNM initiiert und realisiert ungewöhnliche Konzertformate und -themen wie die Berliner „lunch & after work“-Konzerte (2011/2012), die Konzertreihe „Pol(s)ka“ mit einem Fokus auf die zeitgenössische Musik in Polen (2015), der Austausch mit der südindischen Metropole Chennai, aus dem eine weltweit einmalige Interpretation karnatischer Musik hervorging (2016). 2017 präsentierte das KNM Berlin seine erfolgreiche, vierteilige Konzertreihe „Die Welt nach Tiepolo“ im radialsystem. Gemeinsam mit dem Haus für Poesie Berlin entwickelt das KNM Berlin 2017, 2018 und 2019 die Plattform „drei D Poesie“, auf der Autor*innen mit Komponist*innen und Choreograf*innen kooperieren. Seit 2013 ist das KNM Berlin Ensemble in Residence der Akademie Opus XXI. Die Diskografie des Ensembles umfasst bisher 15 CDs, von denen zwei mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurden.

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  • Dirigent: Stephan Winkler
  • mit: Ensemble KNM Berlin & Gästen
  • Flöte: Rebecca Lenton und Sascha Friedl
  • Oboe: Antje Thierbach
  • Klarinette und Bassklarinette: Horia Dumitrache und Laurent Bruttin
  • Saxofon: Theo Nabicht
  • Fagott: Hanno Koloska
  • Horn: Johanna Müller und Gala Grauel
  • Posaune: Jon Roskilly und Johannes Lauer
  • Schlagzeug: Alexandre Babel und Michael Weilacher
  • Klavier: Nadezka Tseluykina
  • Akkordeon: Christine Paté
  • Harfe: Nathalie Amstutz
  • Violine: Lisa Werhahn, Theodor Flindell und Clemens Linder
  • Viola: Kristin Maria Pientka und Miriam Askin-Götting
  • Violoncello: Cosima Gerhardt und Jessica Kuhn
  • Kontrabass: Jonathan Heilbron

Credits

Ein Projekt des Ensemble KNM Berlin in Zusammenarbeit mit dem radialsystem. Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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Ensemble KNM Berlin Ensemble KNM Berlin © Anja Weber