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Graham F. Valentine in „Also sprach Golem“ Graham F. Valentine in „Also sprach Golem“ © Chris Rinke
19.01.2020 So
14 Uhr

Karten 18 Euro ermäßigt 12 Euro

Festival

Ultraschall Berlin: KOMMANDO HIMMELFAHRT & Kaj Duncan David – Also sprach Golem

Elektronisches Musiktheater nach Motiven von Stanislaw Lem

Der GOLEM XIV, den der polnische Science Fiction-Autor Stanislaw Lem bereits 1973 in seinem gleichnamigen Roman entwirft, ist der vielversprechendste Supercomputer, der je gebaut wurde. Die Menschen setzen alle Hoffnungen darauf, durch ihn mehr über sich selbst und ihre Zukunft zu erfahren. Doch GOLEMs Aussagen über die Menschheit sind mehr als unbequem. Ist die künstliche Intelligenz überhaupt interessiert an der Spezies, die sie konstruiert hat? Und haben wir einen gemeinsamen Weg? Die Künstler*innengruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT und der Komponist Kaj Duncan David rekonstruieren im Rahmen von „Ultraschall Berlin“ den übermächtigen Computer. Kaj Duncan David findet für diesen eine atmosphärische Klangwelt, die das Innere des Computers beschreibt und gleichzeitig zum Mittel seines Ausdrucks wird. Licht, Bilder und Sounds, Aufnahmen von Naturgeräuschen, Stimmen, arbeitenden technischen Geräten und fließenden Datenströmen vereinen sich zum Sound einer ungewissen Zukunft. In diesem elektronischen Musiktheater treffen das zeitgenössische Musik- und Performance-Ensemble SCENATET aus Dänemark und der schottische Ausnahmeschauspieler Graham F. Valentine aufeinander. Gemeinsam laden sie ein zu einer Vorlesung über den Menschen und zur Begegnung mit einer höheren Intelligenz. KOMMANDO HIMMELFAHRT ist eine 2008 vom Berliner Regisseur Thomas Fiedler und vom Hamburger Komponisten Jan Dvorak initiierte Gruppe, die sich mit Grenzbereichen politischer und wissenschaftlicher Utopien beschäftigt. Seit 2013 gehören Julia Warnemünde als Produktionsleiterin und Carl-John Hoffmann als Medienkünstler fest zum Team. In ihren großformatigen Produktionen verbinden sie Musiktheater, Performance und Konzert zu Theaterkompositionen, deren Texte und Musik sie selber entwickeln. Inhaltlich beschäftigt sich Kommando Himmelfahrt mit Zukunftsvisionen und Mythen, untersucht deren Potenzial und projiziert sie zurück auf die Gegenwart. Kaj Duncan David arbeitet im Schnittbereich zwischen elektronischer Musik, audiovisueller Kunst und notierter Komposition. Licht, als eine vollständig integrierte Stimme, spielt eine zentrale Rolle in vielen seiner Arbeiten. Für Solo- und Ensemblestücke nutzt er Computer, Licht, Video, sowie vielfältige elektronische und mechanische Instrumente in der szenischen Anordnung. Er realisiert Installationen und Performances, in denen das Klangliche und das Visuelle zu einer einzigen musikalischen und sinnlichen Gestalt zusammenfließen. In Kollaborationen erfindet er audiovisuelle Situationen für Tanz und experimentelles Musiktheater. Seine Arbeiten sind regelmäßig auf internationalen Festivals für Neue Musik zu erleben. 2018 erhielt er den Carl Nielsen und Anne Marie Carl-Nielsen Talentpreis und 2019 das Berlin-Stipendium der Akademie der Künste. SCENATET, ein dänisches Ensemble für Musik und Kunst, betreibt mit seinem Programm Crossover von Musik, Drama, Installation und Happening bis hin zu noch nicht definierten oder gar undefinierbaren experimentellen Kunstformen. Insbesondere eine jüngere Generation dänischer und internationaler Komponist*innen arbeitet regelmäßig mit dem Ensemble zusammen. Viele dieser zurzeit oder zeitweise in Berlin lebenden und arbeitenden Komponist*innen finden seit einigen Jahren in der Hauptstadt ein begeistertes Publikum. Zwischen Musik, Kunst und Theater loten sie die künstlerischen Möglichkeiten genreübergreifender Performances aus. Graham F. Valentine, geboren in Dundee, studierte an der Jacques Lecoq-Theaterschule in Paris. Engagements führten ihn unter anderem an das Royal National Theatre London, Covent Garden, das Teatro Real Madrid, das Burgtheater und die Volksbühne Berlin. Seit 1970 arbeitet er regelmäßig mit Christoph Marthaler, unter anderem in „Stunde Null“, „The Unanswered Question“, „Pierrot Lunaire“ und „Twentieth Century Blue“. Von 2000 bis 2004 war Graham F. Valentine festes Ensemblemitglied am Zürcher Schauspielhaus. Er spielte bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh und Avignon, bei der Ruhrtriennale und arbeitete als Sprecher und Sänger mit dem Ensemble Intercontemporain, dem Klangforum Wien, an der Scottish Opera, mit dem Freiburger Barockorchester und dem Hebrides Ensemble.

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  • Komposition, Konzeption und Musikalische Leitung: Kaj Duncan David
  • Buch, Konzeption und Inszenierung: Thomas Fiedler
  • Medienkunst: Carl-John Hoffmann
  • Bühne und Kostüm: Eylien König
  • Klangregie: Arne Vierck
  • Dramaturgische Mitarbeit: Ilka Seifert
  • Dramaturgie und Produktionsleitung: Julia Warnemünde
  • Produktionsassistenz: Kasia Noga
  • Assistenz Bühnenaufbau: Sean Keller
  • Pressearbeit: Sarah Rosenau
  • mit: Graham F. Valentine und SCENATET
  • Violoncello: My Hellgreen
  • Keyboard: Sven M. Slot
  • MIDI Percussion und Percussion: Matias Seibæk
  • Snare Drum und MIDI Controller: Katerina Anagnostidou

Credits

„Also sprach Golem“ ist eine Produktion von KOMMANDO HIMMELFAHRT und Kaj Duncan David in Zusammenarbeit mit „Ultraschall Berlin“, „Klang Festival“ Kopenhagen und SCENATET. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Staten Kunstfonds, Dänemark. Mit Dank an Astera Deutschland. „Ultraschall Berlin“ ist eine Veranstaltung von rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur.

Graham F. Valentine in „Also sprach Golem“ Graham F. Valentine in „Also sprach Golem“ © Chris Rinke
Also sprach Golem Also sprach Golem © Carl-John Hoffmann

Festival

18.01. - 19.01.

Ultraschall Berlin 2020

Festival für neue Musik

Die Szene der neuen Musik erweist sich seit jeher und aktuell mehr denn je als ein Kosmos künstlerischer Individuen und damit als Fülle an Klängen, Ideen, aber auch außermusikalischen Einflüssen, Meinungen und Haltungen. Seit über zwanzig Jahren versteht sich „Ultraschall Berlin“, das Festival für neue Musik von rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur, das in diesem Jahr vom 15. bis zum 19. Januar stattfindet, als ein Forum für die Abbildung, Befragung und Rekontextualisierung zentraler Strömungen und wesentlicher Entwicklungen dieses Teils der Gegenwartskultur. Dabei sind die Balance aus Ur- und Erstaufführungen und die Beleuchtung von Werken der jüngeren Vergangenheit in aktuellem Kontext seit Beginn zentrale Anliegen von „Ultraschall Berlin“. So stehen Uraufführungen von Kaj Duncan David, Sarah Nemtsov oder Dai Fujikura neben „Klassikern“ des Repertoires von Rebecca Saunders oder Jörg Widmann. Im radialsystem präsentieren Jeremias Schwarzer und das Minguet Quartett die klanglichen Möglichkeiten der Blockflöte und die Attraktivität des Streichquartetts in der Musik der Gegenwart. Christoph Grund spielt Stücke von Rebecca Saunders, Sarah Nemtsov und Iris ter Schiphorst und KOMMANDO HIMMELFAHRT zeigt das gemeinsam mit dem Komponisten Kaj Duncan David entwickelte elektronische Musiktheater „Also sprach Golem“ als Uraufführung. Das Black Page Orchestra widmet sich Werken von Mirela Ivičević. Neben dem radialsystem sind der Große Sendesaal des rbb, die Akademie der Künste und der Heimathafen Neukölln in diesem Jahr Veranstaltungsorte von „Ultraschall Berlin“. Ergänzt wird das Festivalprogramm durch Gespräche mit Musiker*innen und Komponist*innen sowie das Schüler*innenprojekt der UltraschallReporter. Karten „Jeremias Schwarzer & Minguet Quartett“ und „Christoph Grund“ 15 Euro ermäßigt 10 Euro Karten „Also sprach Golem“ und „The Black Page Orchestra“ 18 Euro ermäßigt 12 Euro Tageskarte Samstag 50 Euro ermäßigt 35 Euro Die Tageskarte für Samstag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1500471 „Ultraschall Berlin“ ist eine Veranstaltung von rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur.

Weitere Termine dieser Veranstaltung

Sa
19.30 Uhr
18.01.2020