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THE GAP THE GAP © Katya Abramkina
29.02.2020 Sa
19 Uhr

Karten 10 Euro

THE GAP

Performance von Michael Rauter/ Bob’s Company

Was bedeutet Erwachsenwerden in einer Welt, in der menschliche Reife nichts anderes als Kapitulation und Verzicht zu sein scheint? Die Soloperformance „THE GAP“ des Künstlers Michael Rauter setzt sich mit der Frage nach individueller Mündigkeit in einer infantilen Welt auseinander. Das Konzept von Kindheit entstand zur Zeit und mit der Idee der Aufklärung: Um ein vernunftgeleitetes Wesen zu werden, musste der Mensch erwachsen werden. Für die renommierte amerikanische Philosophin Susan Neiman, Direktorin am Einstein Forum in Potsdam, ist das Erwachsenwerden im Sinne Kants an einen individuellen Prozess der Aufklärung gekoppelt. Neiman spricht in ihrem Buch „Why grow up?“ dabei auch von einer Lücke, einem das Leben durchziehenden Riss, den es mutig als reifer Mensch auszuhalten gilt: „Ideale der Vernunft sagen uns, wie die Welt sein sollte; die Erfahrung sagt uns, dass sie selten so ist. Erwachsenwerden verlangt, sich der Kluft zwischen beidem zu stellen, ohne eines davon aufzugeben.“ Entlang Neimans These sucht Michael Rauter in seiner Choreografie den Zustand einer produktiven Instabilität, die zwischen Innen und Außen, Erwartung und Ergebnis, Bewegung und Stillstand, Fantasie und Wirklichkeit balanciert. Die Frage nach der Kunst des Erwachsenwerdens changiert in „THE GAP“ mit dem Selbstporträt eines Menschen, der den Kontakt zur Welt durch Bewegung und Musik zu ergründen versucht. Michael Rauter, 1980 in Basel geboren, arbeitet als freischaffender Regisseur, Komponist, Performer und Cellist. Er studierte Cello und Kammermusik in Aachen und Berlin bei Hans-Christian Schweiker, Jens Peter Maintz und dem Artemis Quartett. 2006 gründete er das Solistenensemble Kaleidoskop, dessen künstlerischer Leiter er bis 2016 war. Seit 2014 entwickelte er eigene Regiearbeiten, u.a. „Kaleidoskopville“ und die Performance „Black Hole“; ab 2018 werden seine Performance- und Musiktheaterprojekte unter dem Label Bob’s Company realisiert. Rauter arbeitete u.a. mit Benjamin van Bebber, Boogaerdt/Van der Schoot, Alexander Charim, Laurent Chétouane, Aliénor Dauchez, Luigi de Angelis, Sabrina Hölzer, Susanne Kennedy, Mouse on Mars, Georg Nussbaumer, Sasha Waltz oder Ladislav Zajac zusammen. Von 2018 bis 2020 ist Rauter Künstler des Fellowship-Programms #bebeethoven, ein Projekt von Podium Esslingen zum Beethovenjahr 2020, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. In diesen drei Jahren präsentiert das Musiktheaterfestival Operadagen Rotterdam in jedem Jahr eines seiner neuen Stücke: 2018 das Musiktheater „END OF THE STORY“, 2019 die Performance „THE GAP“ und 2020 die Musiktheaterinstallation „PIXELSINFONIE“.

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  • Konzept, Choreografie, Komposition, Bühne, Licht und Performance: Michael Rauter
  • Songtexte: Daniella Strasfogel
  • Künstlerische Beratung: Laurent Chétouane
  • Klangregie: Johann Günther

Credits

Eine Produktion von Michael Rauter / Bob’s Company. „THE GAP“ ist Teil des Fellowship-Programms #bebeethoven, einem Projekt von PODIUM Esslingen anlässlich des Beethoven-Jubiläums im Jahr 2020, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

THE GAP THE GAP © Katya Abramkina

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