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  • 19.10.Fr

Exil / Sürgün - Treffpunkt Berlin

Impulse, Diskussion, Musik

Am 19. Oktober widmet sich das Radialsystem der Situation von Künstlern aus der Türkei im Berliner Exil. Nicht erst seit dem Putschversuch vor zwei Jahren ist die Lage für Kreative und Journalisten in der Türkei immer schwieriger geworden. Berlin wird immer mehr zum Treffpunkt der türkischen Kulturszene. Wie die aktuelle Lage in der Türkei ist, die Situation der Künstler in Berlin und welche Perspektiven es gibt, möchten wir an diesem Abend diskutieren. Wir freuen uns, dass durch unsere Gäste verschiedene Perspektiven auf das Thema repräsentiert werden.

  • 28.10.So

Public People

Splitter Orchester und ensemble mosaik

Im Oktober treffen das Splitter Orchester und das ensemble mosaik - zwei international renommierte Berliner Klangkörper der zeitgenössischen Musik, die ganz unterschiedliche Arbeitsweisen und ästhetische Ausrichtungen herausgebildet haben - im Radialsystem erstmalig aufeinander. Während das 2010 gegründete Splitter Orchester meist frei improvisierend im Kollektiv arbeitet, wirkt das ensemble mosaik häufig in dialogischen Prozessen an der Entstehung neuer (und notierter) Werke mit. Die britische Komponistin Alwynne Pritchard hat gemeinsam mit drei Mitgliedern des Splitter Orchesters den Konzertabend "Public People" gestaltet, der die Gegensätze und unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden Ensembles zum Ausgangspunkt der Zusammenarbeit macht. Wie nehmen die Klangkörper fremdes Material auf, ohne die eigene Identität, erarbeitete Strukturen und Strategien aufzugeben? Entstanden ist ein dynamisches, offenes "Produktionsfeld", das die zwei strukturell und ästhetisch verschiedenen Ensembles musikalisch zusammenführt und dabei den Qualitäten und Praktiken beider Klangkörper gerecht wird: Komposition, Improvisation und die Grenzen zwischen Interpreten-Ensemble und improvisierendem Orchester lösen sich auf… Das ensemble mosaik hat sich seit seiner Gründung 1997 als vielseitige und experimentierfreudige Formation zu einem renommierten Ensemble für zeitgenössische Musik entwickelt. Seine Mitglieder zeichnen sich durch ihre instrumentalen Fähigkeiten und ihre Experimentierfreudigkeit aus. In langjähriger Zusammenarbeit haben sie einen profilierten Klangkörper geschaffen, der Offenheit gegenüber verschiedenen Konzeptionen zeitgenössischer Musik beweist. Die Aktivitäten des Ensembles sind geprägt von der engen Zusammenarbeit mit Komponisten der jungen Generation und der Einbindung digitaler Medien in den Bereichen Komposition, Interpretation und Präsentation. Bevorzugt wird dabei eine egalitäre Arbeitsweise im Austausch mit allen an einem Konzertprojekt beteiligten Akteuren. Mit vielen Komponisten arbeitet das ensemble mosaik seit Jahren kontinuierlich zusammen. Ein besonderer Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit neuen Ansätzen der Aufführungspraxis und der Erprobung neuer Konzertformate. Das Splitter Orchester wurde 2010 als Zusammenschluss international renommierter Composer-Performer mit Sitz in Berlin gegründet. Musikalisch von vielen Genres inspiriert findet sich der Ursprung des Splitter Orchesters in der Echtzeitmusikszene Berlins. Alle Mitglieder des Splitter Orchesters sind gleichzeitig Komponisten, Interpreten und Improvisationsmusiker und entgehen damit jeglicher klar umgrenzter Klassifikation - sie verwenden eine große Bandbreite an erweiterten Spieltechniken an traditionellen, elektronischen oder eigens hergestellten Instrumenten. Der Fokus der künstlerischen Praxis liegt auf der Produktion von Klang und seiner Verteilung im Raum. Das Splitter Orchester ist kein homogener Klangkörper, sondern besteht aus einer Vielzahl autonomer und hochspezialisierter Composer-Performer, die sich bewusst dafür entschieden haben, nicht in einem institutionellen Rahmen zu arbeiten, und damit existierende Hierarchien des Musikbetriebes in Frage zu stellen.

  • 02.11.Fr
Vocalconsort Berlin

Prinzip Hoffnung II: Desperate Hope

Vocalconsort Berlin

Das Konzert findet im Rahmen der Reihe "Prinzip Hoffnung" anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Vocalconsort Berlin statt. "Dass Paul Celan nach seiner schrecklichen Vergangenheit überhaupt Gedichte geschrieben hat, erkenne ich als ein Brunnen von Hoffnung in das Leben", schreibt der Komponist und Singersongwriter Matthias Kadar. Der Liederzyklus "Der Tod ist eine Blume" benennt die Antipoden der lyrischen Welt von Paul Celan: Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Todessehnsucht, von den frühen, dunklen Werken bis hin zu Celans Liebeslyrik wie dem Gedicht "Blume". Die Celan-Vertonungen werden dem berühmten Liederzyklus "Winterreise" von Franz Schubert gegenübergestellt, dessen zentrale Figur zwischen Überschwang und Verzweiflung taumelnd mehr und mehr der hoffnungslosen Melancholie verfällt. David Cavelius hat Lieder des Zyklus für 16 Männerstimmen und Streicher bearbeitet. "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt", spöttelt ein Aphorismus. Ist Hoffnung angesichts von Klimawandel, atomaren Bedrohungen und Katastrophen, Krieg und Hunger obsolet geworden? Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens 2018 rückt das Vocalconsort Berlin, das als einer der besten Kammerchöre Deutschlands gilt, die Hoffnung ins Zentrum einer fünfteiligen Konzertreihe. Francis Poulencs 1943 im besetzten Frankreich komponierte Hymne an die Freiheit "Figure Humaine" eröffnete im August den Zyklus musikalischer Reflexionen über die Hoffnung und ihren Verlust in unterschiedlichen Kontexten - bis hin zur "Johannespassion" von J.S. Bach. So entspannt sich ein musikalischer Diskurs zwischen weltgebundener Hoffnung als Motor des (Über-)Lebens und Deutungen der christlichen Passionsgeschichte als religiöse Quelle der Hoffnung. Dabei reicht das musikalische Spektrum vom Barock zur Neuesten Musik, vom Konzert zur Inszenierung - ganz das Vocalconsort Berlin eben. Das Vocalconsort Berlin gilt als einer der besten und wandlungsfähigsten Kammerchöre Deutschlands. 2003 gegründet, hat das Profiensemble bewusst keinen Chefdirigenten, sondern arbeitet projektweise mit unterschiedlichen Dirigenten, aber vor allem mit festen künstlerischen Partnern wie Daniel Reuss, Folkert Uhde und Sasha Waltz zusammen. Flexibel in Besetzung und Repertoire, überschreitet das Ensemble gern die Grenzen der klassischen Genres und Disziplinen. Für 2018 stehen Monteverdis "Orfeo", choreographiert von Sasha Waltz, Engagements an der Komischen Oper Berlin und an der Semperoper Dresden in Schönbergs "Moses und Aron" auf dem Programm sowie Konzerte und Uraufführungen im Rahmen des 15-jährigen Jubiläums des Ensembles.

  • 03.11.Sa
  • 04.11.So
The Past

The Past

Constanza Macras | DorkyPark & Oscar Bianchi

Mit der erfolgreichen Produktion "The Past", 2014 uraufgeführt, ist die renommierte Choreographin Constanza Macras erstmalig im Radialsystem zu Gast. "The Past" setzt sich mit der Gedächtniskunst auseinander, die seit der antiken ars memoriae an Orte und Räume, also insbesondere an Architektur gekoppelt ist. Ausgangspunkt ist die Stadt als konkreter geographischer Ort, als Anker für das Gedächtnis, als Vorstellung und Geisteshaltung. Was passiert mit den Erinnerungen, was passiert mit den sich erinnernden Menschen, wenn hier ein Trauma einsetzt, eine Zerstörung, Bombardierung? Constanza Macras hat Menschen in Dresden befragt, die sich an eine Stadt erinnern, wie sie heute nicht mehr existiert, und daraus mit Tänzern ihrer Kompanie DorkyPark eine Tanzproduktion geschaffen. Die Aktionen im Stück beziehen sich dabei auf frühe Techniken der Gedächtniskunst, insbesondere auf Gedächtnislehren antiker Rhetorik. Wie benutzen wir Räume und Orte, um uns zu erinnern? Das Stück untersucht architektonische Orte als narrative Instrumente unserer Geschichte - um Geschichte neu zu schreiben, um Wunden der Vergangenheit zu überwinden, um heutige Ereignisse als Teil des ewigen Kreislaufs zu verstehen, den wir als das Verstreichen von Zeit erfahren. "The Past" ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Musiker Oscar Bianchi, der eine Komposition geschrieben hat, die tief in das kollektive und individuelle Gedächtnis eintaucht. Die Musik untersucht Räume zwischen geschriebenen und mündlichen Praktiken, verkörpert sowohl den Umfang wie auch die Widersprüche, die Übergangsriten, Kommunikation und Gedächtnis in der Sphäre des Klangs mit sich bringen, und zelebriert den Klang als einen körperlichen, manchmal muskulären Ort, an dem emotionale und existentielle Realitäten im Gedächtnis eine unabhängige und mitunter regellose Form der Aufbewahrung finden. Besonderer Dank gilt den Zeitzeuginnen Hanna Günzler, Ursula Henning, Nora Lang und Ingrid Schulz. Constanza Macras studierte Tanz in Buenos Aires, Amsterdam und in New York. Seit 1995 lebt sie in Berlin. Gemeinsam mit der Dramaturgin Carmen Mehnert gründete sie 2003 die Kompanie DorkyPark, ein interdisziplinäres Ensemble, das mit Tanz, Text, Livemusik und Film arbeitet. 2008 erhielt Macras den Goethe-Institut Award für ihr Stück "Hell on Earth". Der Faustpreis in der Kategorie Beste Choreographie wurde ihr 2010 für "Megalopolis" verliehen. 2010 wurde Macras mit der William L. Abramowitz Residenz an der Arts at MIT (Massachusetts Institute of Technology) ausgezeichnet. Neben den Produktionen ihrer eigenen Kompanie schuf sie auch Stücke für Ensembles wie Teatro Colón's Permanent Ballet Company in Buenos Aires und Göteborg Opera Dance Company. In Zusammenarbeit mit Thomas Ostermeier entstand "Ein Sommernachtstraum".

  • 07.12. - 08.12.

Dreams of Electric Sheep - Ein dystopisches Festival

Marc Sinan Company & Gäste

Was ist Fakt und was ist Fake? Wo endet die Wirklichkeit, wo beginnt die Virtualität? Und welche Rolle spielen Kunst und Musik in dieser Debatte? Diesen Fragen widmet sich die Marc Sinan Company in dem zweitägigen Festival "Dreams of Electric Sheep". In unterschiedlichen Formaten stellen sich die Teilnehmer der kritischen und ironischen Betrachtung von "Fake News" und untersuchen die Konsequenzen, die die digitale Überforderung für den Menschen haben kann. Am Abend des ersten Festivaltages bringen die Neuen Vocalsolisten das Auftragswerk "CIRCLED EXISTENCE" des preisgekrönten Komponisten Oscar Bianchi zur Uraufführung. Das szenische Kammermusikstück greift die Debatte zu Big Data und das durch die Digitalisierung verän-derte Verhältnis von Nähe und Distanz musikalisch auf. In der musikalisch-theatralen Talkshow "#WTF 3000" diskutieren am zweiten Abend die Autorin Nataly Bleuel und ihre Gäste über Gefahren der Digitalisierung. An beiden Festivaltagen untersuchen Jugendliche und Senioren in Workshops Methoden des Fact-Checkings und erarbeiten performative Interventionen, die in die Talkshow "#WTF3000" einfließen. Auf die dystopische Ausgabe des Festivals folgt am 5./6. April 2019 die utopische Ausgabe, in der ein optimistischer Blick auf Technologien geworfen wird, die auch künstlerisch neue Dimensionen eröffnen können. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa - Spartenoffene Förderung. Festivalticket Dezember 28 € | ermäßigt 18 € Tagesticket je 18 € | ermäßigt 11 € Workshop: Eintritt frei, Anmeldung über jh@ymusic.de (ab 01.10.)

Ra
dar

Radial Neues. Von hier und aus aller Welt.

Letztes Wochenende bespielte das ID Festival unsere Räume mit einer Ausstellung, Tanz, einem Dokumentartheater und Konzerten. Der Trailer fängt die Atmosphäre des Festivals ein. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe!
Radialsystem V
vor 1 Stunde
"Ein choreographiertes Musiktheater, das ohne Worte auskommt." Für unseren Radar sprachen wir mit Michael Rauter, dem künstlerischen Leiter des Stückes SERGE / Solistenensemble Kaleidoskop & Luigi De Angelis, über die Musik der Produktion und darüber, was das Publikum am 17. und 18. November 2018 bei uns im Haus erwartet. In voller Länge findet ihr das Video auf unserem YouTube-Kanal unter: https://youtu.be/WPfF1OU1o2o
Radialsystem V
vor 20 Stunden
RT  @rbb24 : Geschichten von Juden und Israelis, die nach #Berlin gekommen sind: Das israelisch-deutsche ID Festival stellt die Frage nach ei…
Radialsystem V
vor 23 Stunden
Bis nächstes Jahr! 🙋‍♀️
Radialsystem V
vor 1 Tag
RT  @UrbanTechBerlin : Los geht’s! Wirtschaftssenatorin  @RamonaPop  und Susanne Hahn vom  @lab1886  machen den Anfang beim #BerlinUrbanTechSummi…
Radialsystem V
vor 1 Woche
Am Wochenende schon etwas vor? Mit "Whole Body Like Gone" vom  @zafraanski  Ensemble und "L’Ailleurs de l’autre" von  @LaCageCompagnie  bekommt ihr bei uns gleich zwei Musiktheaterproduktionen an einem Abend. Kommt vorbei! https://t.co/jSENfmLIK5 https://t.co/JGlnQr0vQd https://t.co/ICc2pK8XOs
Radialsystem V
vor 2 Wochen